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Kurzfassung der Stellungnahme zum Atommüllendlager ASSE II vom 3.10.2007 für den ASSE-II-Koordinationskreis

Ergebnis: Das Flutungskonzept zur Schließung des Atommüllendlagers Asse entspricht in seinen erkenntnistheoretischen und methodischen Voraussetzungen nicht dem Stand der Wissenschaft. Es ist gegenüber künftigen Generationen ethisch nicht verantwortbar und mit der demokratischen Ordnung nicht vereinbar.


1. Das Flutungskonzept zur Schließung der ASSE hat keine Testphasen durchlaufen. Ihm fehlt der Nachweis der vorläufigen Bewährung. Die Testphase ist bereits der Ernstfall. Dem Konzept liegen wissenschaftlich-technische Annahmen zugrunde, die in der Langzeitphase des Endlagers weder überprüfbar noch revidierbar sind.

2. Das menschliche Wissen und Prognosevermögen ist räumlich und zeitlich begrenzt. Theorien und Konzepte sind daher bestenfalls vorläufig bewährt, nie aber zeitlos gültig. Belastbare Fernprognosen sind unmöglich. Es ist nur eine Behauptung, dass z.B. der Einsatz von Magnesium-Depots in den Einlagerungskammern und umgebungsangepassten Strömungsbarrieren bewirkt, dass die radioaktiven Schadstoffe erst nach Tausenden von Jahren in die Biosphäre eintreten, und dass von der ASSE keine Gefahren für Mensch und Mitwelt ausgehen werden.

3. Ein Schadenseintritt kann nach Verschluss der ASSE nicht ausgeschlossen werden. Die Schadeneintrittstelle kann nicht lokalisiert, der Schaden nicht abgestellt werden, denn das Endlager ist nach Verschluss unzugänglich. Künftige Generationen wären den Folgen ausgeliefert. Unter führenden Ethikern besteht Übereinstimmung, dass dem prinzipiell begrenzten menschlichen Erkenntnis- und Prognosevermögen Rechnung zu tragen ist. Technologien und ihre Folgen müssen fehlerfreundlich, überschau- und beherrschbar sowie reversibel sein. Die Handlungsfreiheit künftiger Generationen muss gewährleistet bleiben. Diese Voraussetzungen erfüllt das Flutungskonzept zur Schließung der Asse nicht.

4. Bedingung demokratischer Ordnungen ist der mögliche Wechsel politischer Mehrheiten und ihrer Sachentscheidungen. Während z.B.ein Atomkraftwerk stillgelegt und auch abgebaut werden kann, ist die Endlagerung in der ASSE nach Verschluss des Bergwerks nicht mehr revidierbar.

Fazit:

Insgesamt lehrt die ASSE, dass das nationale Konzept der nicht-rückholbaren Atommüllendlagerung gescheitert ist und nicht mehr zur Anwendung kommen darf. Das hat Auswirkungen für die aktuellen Endlagerpläne zu Schacht Konrad. Dieses Projekt ist zu stoppen, über neue Lösungen bei der Endlagerung muss nachgedacht werden. Vorreiter sind die USA und andere europäische Länder, die sich seit den 1990er Jahren von der nicht-rückholbaren Endlagerung verabschiedet und einen Wechsel zu umkehrbaren Lösungen vollzogen haben.


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E-Mail an Dr. Christa Garms-Babke