2007-10-13
Der STOPP FÜR SCHACHT KONRAD wurde von den Delegierten beim Parteitag der Grünen in Oldenburg am 13./14.10.2007 einstimmig in das Landtagswahlprogramm aufgenommen.
Dort heißt es nun im Kapitel Klima- und Umweltschutz: "Angesichts der Erfahrungen mit Asse und Morsleben wollen wir, dass das Konzept der wartungsfreien, nicht-rückholbaren Atommüllendlagerung überdacht wird. Wir setzen uns daher für einen Neubeginn bei der Endlagersuche ein. Weder im Salzstock Gorleben noch im Schacht Konrad dürfen jetzt Fakten geschaffen werden."
Der Antrag war vom Kreisverband Salzgitter gestellt und von Christa Garms-Babke schriftlich wie folgt begründet worden:
Die Endlagerung radioaktiver Abfälle folgt in Deutschland dem Konzept der wartungsfreien, nicht-rückholbaren Endlagerung. Das bedeutet, dass das Endlager nach der Betriebszeit unzugänglich verschlossen wird. Diese Form der Endlagerung setzt einen Langzeitsicherheitsnachweis für einen Zeitraum von 1 Million Jahre voraus. Damit soll nachgewiesen werden, dass die radioaktiven Schadstoffe für die Dauer ihrer Gefährdung von der Biosphäre isoliert werden können. Diese Konzeption steht seit Mitte der 1990er Jahre international in der Kritik. Alte Tiefenendlagerplätze hatten sich als leck erwiesen. Im europäischen Ausland und den USA fanden ein Umdenken und ein Wechsel zu umkehrbaren Lösungen statt. In Deutschland wurde mit Morsleben, der Asse und dem genehmigten Plan Schacht Konrad trotz der bestehenden fachwissenschaftlichen Einwände am Konzept der Nicht-Rückholbarkeit festgehalten.
Morsleben und Asse, die der Bundesumweltminister als "Gau in der Endlagerdebatte" bezeichnet, haben nun auch in Deutschland das Scheitern des Konzepts der Nicht-Rückholbarkeit sichtbar gemacht. Das Forschungsendlager Asse galt in Fachkreisen 1970 als für alle Zeiten sicher. Bereits 20 Jahre später haben sich die auf Tausende von Jahren konzentrierten Sicherheitsprognosen als überholt erwiesen. Das Endlager ist instabil und droht abzusaufen. Die Rückholung der Abfälle aus dem nicht-rückholbar angelegten, noch offenen Endlager wird als problematisch eingeschätzt.
Mit Schacht Konrad soll die nicht-rückholbare Endlagerung eine Fortsetzung finden. Die erneute Anwendung dieses Konzeptes halten wir für nicht verantwortbar.
Konrad-Demo-Plakat vor den Sitzplätzen des Präsidiums auf der in LDK Oldenburg im Oktober 2007