2008-01-09
Ein Bereicht der Braunschweiger Zeitung vom 9. Januar 2008.
Von Karl-Ernst Hueske
WOLFENBÜTTEL. Frühförderung ist ein Angebot für Säuglinge und Kleinkinder bis in das Vorschulalter, bei denen eine Entwicklungsverzögerung vorliegt oder die in ihrer Entwicklung gefährdet oder behindert sind.
Nun ist allerdings auch die Frühförderung selbst in ihrem Bestand gefährdet. Krankenkassen und Land diskutieren derzeit in Hannover über einen Landesrahmenplan zur Frühförderung, der starke Einschränkungen in der Frühförderung nach sich ziehen würde.
Lebenshilfe-Geschäftsführer Horst Hüther befürchtet sogar, dass die Frühförderung in Wolfenbüttel eingestellt werden muss, wenn sich die Krankenkassen mit ihren Einsparvorschlägen durchsetzen.
Dabei leistet die Frühförderung der Lebenshilfe in Wolfenbüttel eine sehr erfolgreiche Arbeit. Davon überzeugten sich am gestrigen Nachmittag die örtlichen Landtagskandidaten Frank Oesterhelweg (CDU), Dörthe Weddige-Degenhard (SPD), Björn Försterling (FDP) und Bertolt Brücher (Grüne) bei einem Besuch im Domizil der Frühförderung in der Töpferstraße 20. Neben den Mitarbeitern der Lebenshilfe äußerten auch mehrere Eltern ihre Bedenken gegen den Landesrahmenplan, der zum Beispiel nur noch 48 Frühfördereinheiten inklusive Therapien wie Krankengymnastik je Kind und Jahr vorsieht. Bisher waren es 48 plus Therapien. Und gefordert werden von den Eltern sogar bis zu 72 Einheiten, da die Kinder teilweise auch mehrfach behindert sind.
Auch die Fahrten der Mitarbeiterinnen der Frühförderung zu den Familien soll nicht mehr bezahlt werden. Dabei ist gerade die Betreuung der Kinder in ihrer gewohnten Umgebung besonders wichtig, berichtete Traute Prieß, die Leiterin der Frühförderung in Wolfenbüttel. 68 Kinder mit Entwicklungsverzögerungen werden derzeit von den "hochqualifizierten Mitarbeitern der Lebenshilfe", so Prieß, durchschnittlich 14 Monate betreut. Danach können die Kinder entweder Regelkindergärten besuchen oder sie werden zum Beispiel im Heilpädagogischen Kindergarten der Lebenshilfe weiter betreut.
"Frühförderung ist meistens Einzelfallarbeit, denn jedes Kind und jede Familie hat andere Bedürfnisse, benötigt eine andere Förderung", berichtete Prieß, die zudem betonte, dass die Elternarbeit ein wichtiger Bestand der Frühförderung sei.
Die anwesenden Landtagskandidaten sagten alle ihre Unterstützung zu, damit die geplanten Verschlechterungen in der Frühförderung nicht umgesetzt werden.
Mittwoch, 09.01.2008
