2007-09-27
Die Schließung des Atommüllendlagers Asse mit dem Flutungskonzept der GSF steht in der Kritik. Die Prüfung anderer Optionen, u.a. die Rückholung der Abfälle, wird von vielen BürgerInnen gefordert. Herrschende Auffassung bei CDU und FDP ist, am Flutungskonzept festzuhalten. Andere Parteien vertreten unterschiedliche Positionen. Entsprechend relevant ist das Thema im niedersächsischen Landtagswahlkampf. Vor diesem Hintergrund war das Bundesforschungsministerium nicht gut beraten, eine einseitig ausgerichtete Veranstaltung zur Asse für politische VerantwortungsträgerInnen durchzuführen. So wurden zwei Fachleuchte bemüht, die ausschließlich die Nachteile einer Rückholung der Abfälle aufgezeigt haben. BefürworterInnen z.B. einer Rückholung waren – auch auf Intervention Teilnehmender im Vorfeld der Veranstaltung - nicht eingeladen. Eine Informationsveranstaltung des Forschungsministeriums für politische EntscheidungsträgerInnen sollte Orientierung und Entscheidungshilfen bieten. Dazu gehört jedoch, dass unterschiedliche Optionen in ihren Vor- und Nachteilen dargestellt werden. Denn die Entscheidung für eine Lösung muss nach dem Maßstab des kleineren Übels getroffen werden. Noch ist aber nicht geklärt, ob das Flutungskonzept der GSF auf längere Sicht das kleinere Übel ist.
» Artikel der Braunschweiger Zeitung vom 27.09.2006