Von Karen Fröhlich
LEBENSTEDT. Claudia Roth auf Wahlkampftour. Nach Stippvisiten in Orten wie Wolfenbüttel, Rotenburg, Einbeck, Hameln und Hannover führt ihr Weg zurück nach Berlin nicht von ungefähr über Salzgitter. In der Stadt des geplanten Atommüllendlagers überreicht die Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen dem Rechtshilfefonds Schacht Konrad am Sonntag einen Scheck über 2300 Euro.
"Für die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht und den eventuellen Gang vor den Europäischen Gerichtshof können wir dieses Geld sehr gut gebrauchen", danken Walter Traube, Landwirt aus Bleckenstedt und einzig verbliebener Privatkläger gegen Konrad, sowie Volker Crystalla, Sprecher des Rechtshilfefonds. Vor allem vor dem Hintergrund des kürzlich von Kanzlerin Angela Merkel für 2009 angekündigten Ausstiegs aus dem Atomkonsens sei die Widerstandsarbeit, die von Salzgitter aus geleistet werde, enorm wichtig, sagt Roth. Aktuelle Bemühungen, Laufzeiten für Atomkraftwerke zu verlängern, stünden in engem Zusammenhang mit dem vermeintlich sicheren Endlager Schacht Konrad. Das Debakel im nur wenige Kilometer entfernten Forschungsendlager Asse II sollte jedoch die Augen dafür öffnen, dass ein Konzeptwechsel her müsse. Atommüll dürfe auf keinen Fall nicht rückholbar unter der Erde verschwinden, wie es in Konrad vorgesehen sei.
Roth schließt sich uneingeschränkt der Forderung von Landtagskandidatin Christa Garms-Babke nach einem neuen Standortsuchverfahren ohne Vorfestlegung auf Konrad und Gorleben an. Auch wenn dies, räumt sie ein, selbst für die Grünen kein leichter Weg sei.

Foto: Karen Fröhlich
Quelle: Salzgitter Zeitung, 21. Januar 2008, Salzgitter Lokales, Seite 19